Ausstellungshalle Oschatz

Die Halle dient als zentrales Ausstellungsgebäude für die Landesgartenschau in Oschatz. Sie hat einen Durchmesser von 32m und eine Höhe von 9m. Die Konstruktion besteht aus 13 Leimholzbindern mit freihängender Stahllaterne in der Mitte der Halle. Die Aussteifung übernehmen vorgefertigte Holztafeln. Die Konstruktion ermöglicht einen Stützenfreien Raum und größtmögliche Flexibilität für Ausstellungsgestaltung und Nachnutzung als Trockeneisbahn der Lebenshilfe e.V. Oschatz. Die Außenhaut besteht aus zweifarbig lasierten Holzlamellen die das polygonale Gebäude umkleiden. Ihre Ausrichtung zum Mittelpunkt der Halle betont das Gebäude in besonderer Weise. Je nach Betrachterstandpunkt erscheint die Halle in einer anderen Farbe, rot oder grün. Und dieser Betrachterstandpunkt wechselt auf dem Spiralweg um die Halle herum zwischen Stadt und Park in einem beständig fließenden Übergang. Die Farben Rot für Stadt und Grün für Landschaft vermitteln so die Idee, dass dieses Gebäude im Park je nach Betrachtungsweise ein erstes Element der Landschaft oder der Stadt ist. Das Gebäude interpretiert den Gebäudetypus des Gartenpavillions. In diesem Typus wurden in der Regel exotische Bautypen oder Märchenschlösser bemüht, hier wird mit einfachen Mitteln ein irritierendes vielschichtiges Objekt als Blickfang der Gartenschau geschaffen. Der Baukörper fügt sich mit seinem lichtdurchfluteteten mehrschichtigen Fassadenaufbau in das Gelände ein. Gleichzeitig bleibt er etwas ungreifbar und erscheint aus jedem Standpunkt sprichwörtlich in einem anderen Licht. Durch die geschickte Kombination einer Fußgängerbrücke mit der Ausstellungshalle konnte ein attraktiver Zugang zu dem später öffentlich nutzbarem Gartenschaugelände geschaffen werden, eine Symbiose aus öffentlichem Fußweg und privatwirtschaftlich genutztem Gebäude, die in ihrer Ausführung und Gestaltung die Stadt Oschatz auch nach der Gartenschau um eine Attraktion bereichert. Eingangsbauwerk aus schwarz eingefärbten und sandgestrahlten Ortbeton. Die Halle mit ihrer spiralförmigen Rampe, bildet den Übergang zwischen Altstadt, Steg und dem Hauptplatz auf dem Gelände der Landesgartenschau in der Talaue der Döllnitz. Blick von der Galerie in die stützenfreie Halle.

Bauherr Landesgartenschau Oschatz 2006 GmbH
LP 1-9 SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Tragwerksplanung ifb frohloff staffa kühl ecker
Planung Gartenschau Weidinger Landschaftsarchitekten
Fotograf Hanns Joosten
Planung 2003-2004
Bauzeit 2004-2005
Holzbau Scharf Systembauelemente
Stahlbau Loharens GmbH

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