Europäisches Jugendcamp Oschatz

Die Grundidee des Europäischen Jugendcamps basiert auf der Ambivalenz von Gemeinschaft und Individuum. Die Gebäude sind aus einem einheitlichen Strangprofil mit prägnantem Querschnitt in sechs Einzelgebäude „geschnitten" und in der Längsachse leicht versetzt auf einer terrassierten Hangwiese platziert. Die leichten Vor- und Rücksprünge in der Fassade für Vordach und Terrasse geben dem Profil Charakter. Die Farbgebung der seitlichen Holzschalung zeigt die Gebäude in Stadtrichtung blickend dunkelrot, von der Stadt in Richtung Aue verbindet sie die grüne Farblasur mit dem Landschaftsbild. Die raumhohen Fenster verschwinden hinter abwechselnd grün und rot lasierten Klappläden. Der Rhythmus der Farben ist dabei so gewählt, dass die Farbreihe die Bungalows zu einer einheitlichen Form verbindet. Pro Bungalow sind je zwei 4- Bett Zimmer mit Sitzecke und eigenem Duschbad untergebracht, welche mit einem gemeinsamen Flur sowie der vorgelagerten Terrasse verbunden sind. Die 6 Gebäude liegen auf einer gemeinsamen Spiel- und Liegewiese. Diese übernimmt die Funktion des Gemeinschaftszimmers, da das Jungendcamp nur in den warmen Monaten geöffnet ist, und somit auf einen zusätzlichen Raum verzichtet werden konnte. Zusammen mit dem unterhalb der Hangwiese gelegenen Gondelteich und dem oberhalb platzierten Skatepool ergibt sich eine weitläufige und naturnahe Anlage. Die Terrassenbank auf der Südseite der Bungalows verbindet die Spiel- und Liegewiese mit den Zimmern. Da das Camp nur von März bis Oktober geöffnet ist, werden über die Wintermonate die Bungalows mit den zweifarbigen Fensterläden vollständig verschlossen.

Bauherr Stadt Oschatz
LP 1-9 SAUERZAPFE ARCHITEKTEN
Statik Peter Wiesenfarth
Fotograf Hanns Joosten
Planung 2004
Bauzeit 2005
Holzbau Zimmerei Portack & Grille

 EJC u 1

 

 

EJC u 2

 

 

EJC u 3